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genießt weniger das Leben, als der Begüterte an koſt⸗ barer Tafel, der zu ſeinem Bauche ſagt:„Du biſt mein Gott!« Wer alle Tage im Ueberfluſſe lebt, hat keine Feſttage mehr und wird verdrießlich und mißmu⸗ thig. Aus der Kunſt des Entbehrens geht die Kunſt des Genuſſes hervor. Kein Menſch iſt froher und vergnügter, als der Geſunde und Genügſame, mag er 4 auch mit den kleinen Leiden der Dürftigkeit zu kämpfen haben; nur der iſt glücklich und frei, der die wenigſten Bedürfniſſe hat. Dieſe Wahrheiten ſah Paul wohl ein, und hielt ſte hoch im Werthe. Aber freilich, die beſten Schätze, die er in Folge der Dürftigkeit gefun⸗ den hatte, blieben doch immer die Herzen ſeiner Freunde, das liebevolle Gemüth Erichs, das ſich in ſeiner ganzen Füͤlle und Tiefe ihm öffnete, und die treue Gutmüthigkeit Meiſter Hellmuths, die ſich bei jeder Gelegenheit bethätigte und beſtätigte.
„Wahrlich!« rief er zuweilen aus—„wenn nicht der Gedanke an das unglückliche Geſchick meines Va⸗ ters wäre, ich würde mich glücklicher bei meiner Armuth fühlen, als jemals bei allem Reichthum. Die beſten Schätze ſind doch die, welche uns Gott in unſer eige⸗ nes Herz gelegt hat. Wenn wir nur immer verſtünden ſie auszubeuten!“ Keinen Tag verſäumten übrigens unſere Freunde, die öffentlichen Blätter zu leſen, um über den Rechts⸗
ſtreit der beiden Länder etwas Näheres zu erfahren. Mit beſorgtem Gemüth überflogen ſie die Zeilen und athmeten erleichtert auf, wenn ſie nichts berichteten, was dazu dienen konnte, ihre Befürchtungen zu beſtä⸗ tigen. Der ganze Handel ſchien zu ruhen— von der ſtreitigen Provinz wurde nichts erwähnt, und nach⸗


