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Er ſah mich kommen und ſchien mich erwarten zu wol⸗ len. Ehe ich aber Zeit gewann, ein Wort an ihn zu richten, rief er mir zu:„Ein erbärmlicher Triumph, den du feierſt! Beneide ihn dir, wer will— ich für mein Theil möchte nicht Du ſein, ich verachte dich!“— „Paul!“ rief ich— um's Himmels willen, höre mich an, ich bin unſchuldig und verdiene es nicht, daß du mich ſchmäheſt!« Er aber wandte ſich kurz um und ging davon. Seitdem habe ich ihn nicht wieder geſe⸗ hen. Was aber von dem Vater deſſen zu erwarten iſt, der mich als ſeinen bitterſten Feind haſſen muß, das Anna, brauche ich dir wohl nicht auseinander zu ſetzen.«
„Dieß iſt eine unglüͤckliche Geſchichte, ein trauriges Mißverſtändniß,“ ſagte Anna, als ihr Bruder ſchwieg. „Konnteſt du Paul denn nicht durch Einen Eurer Mit⸗ ſchuͤler benachrichtigen laſſen, daß du ſeine Verachtung nicht verdienſt?«
„Nein, das durfte ich nicht, denn es würde ihn empfindlich gekränkt haben, wenn ich einen Dritten von der Sache unterrichtet hätte, beſonders, da ich trotz meiner Selbſtverläugnung den Preis gewann,“ entgeg⸗ nete Erich.
„Aber ſchreiben konnteſt du doch an Paul, Bru⸗ der! Gewiß, gewiß, das hätteſt du thun ſollen!“
„Auch das habe ich gethan,“ erwiederte Erich. „Zwei Briefe habe ich an ihn geſchickt. Unerbrochen kamen ſie zurück, mit der Bemerkung, Paul wolle in keiner Beziehung ferner mit mir zu thun haben. Alle meine Verſuche, ihn mit mir zu verſöhnen, ſind völlig geſcheitert; er meidet mich, flieht mich, haßt mich, weil er natürlich glauben muß, daß ich unedel und ungroß⸗


