ſo groß war der Ehrgeiz, der mich beſeelte— dachte ich nicht daran, wie unedel es ſei, einen ungünſtigen Zufall, an dem mein Gegner noch dazu vollkommen unſchuldig war, zu meinem Vortheile zu benutzen. Ich fühlte meine Wangen brennen, meine Augen blitzten, und die Freude über den bevorſtehenden Triumph über⸗ wältigte mich ſo ſehr, daß ich kaum ſtammeln konnte: „Was nun, Helldorf? Ich kann dir den Schaden nicht erſetzen.“—„Du kannſt es, wenn du willſt,“ ſagte er und ergriff meine Hand, die er wie in einem Schraub⸗ ſtocke preßte.„Gib deine Arbeit nicht ab,„dann ſteht das Spiel wieder gleich.“ 4
„Nimmer!“ rief ich in der erſten Aufwallung aus. „Du verlangſt zu viel, Helldorf! Nimmer, nimmer⸗ mehr!“
Mit einem ſtolzen Blicke, einem Lächeln voll Ver⸗ achtung blickte mein Gegner mich an, während ſeine Wange bleich wurde, wie der Kalk an der Wand. Mit Heftigkeit ſchleuderte er meine Hand von ſich und ſagte:„Ich hätte dich für hochherziger und edler ge⸗ halten. Du biſt nur ein gemeiner Menſch und des herrlichen Kampfes nicht werth, den ich mit dir ge⸗ kämpft.“— Mit dieſen Worten drehte er mir den Rücken zu, und ließ mich in einer Aufregung zurück, von der ich dir keinen Begriff zu geben vermag. Nur zu tief empfand ich, daß Paul Recht hatte, denn ich fühlte mich im innerſten Herzen von ſeinen Women getroffen. Von ſeinem ſtolzen Blicke, ſeinem bitteren, verachtungswürdigen Lächeln war ich wie zu Boden geſchmettert. Mein erſter Gedanke, nachdem ich mich von meiner Verwirrung erholt hatte, trieb mich an, ihm nachzueilen, ihm offen meinen Fehler zu bekennen,
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