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Der Segen des Herrn macht reich ohne Mühe : Sprw. 10, 22 ; Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
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Anderen zu überflügeln und der beſte Schuͤler in der

Klaſſe zu ſein. Dieſer ſtille Kampf, dieſer unermüd⸗ liche Wetteifer erreichte bei der letzten Pruͤfung ſeinen höchſten Grad. Alle unſere Mitſchüler hielten ſich überzeugt, daß Paul und ich die Prüfung am beſten überſtehen würden aber welcher von uns Beiden das günſtigſte Zeugniß erlangen würde, blieb Allen ungewiß, und die Stimmen darüber waren faſt gleich vertheilt. Paul und ich befanden uns in derſelben Ungewißheit, und gerade dieß ſpornte uns an, das Aeußerſte aufzubieten, um aus dem letzten Kampfe als Sieger hervorzugehen. Wir hatten Jeder eine deutſche Arbeit über daſſelbe Thema abzuliefern. Am Morgen, wo dieß geſchehen ſollte, trat Paul in die Schule an mich heran. Er war blaß und aufgeregt ich merkte augenblicklich, daß ihm irgend etwas ſchwer auf dem Herzen liegen müſſe.Ehrenfried, ſagte er zu mir mit leiſer Stimme, die vor innerer Aufregung zitterte ich habe ein paar Worte mit dir zu reden, aber allein. Geh' mit mir hinaus. Ich folgte ihm ſo⸗

gleich, und wie geſpannt und neugierig auf ſeine Mit⸗

theilung, kannſt du dir denken. Draußen ſagte er: Mir iſt ein Unglück zugeſtoßen ich kann meine deutſche Arbeit nicht abliefern noch heute früh lag ſie guf meinem Tiſche, mein täppiſcher Hund ſtieß ihn F das Tintenfaß leerte ſeinen ganzen Inhalt über d Blätter aus, und die Frucht dreitägiger Mühe und Anſtrengung war in einem Augenblicke vernichtet. Mein Herz ſchwoll vor Stolz und Entzücken denn nun hatte ich die Gewißheit erlangt, daß ich als Sieger aus dem ſtillen, aber mächtigen Kampfe mit Paul hervorgehen würde. In jenem Augenblicke