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mit Träumen vielleicht von einer Zukunft, die ſeine Phantaſie gewiß nicht mit hellen Farben ausſchmückte, denn ſein Auge blickte ernſt und ein ſorgenvoller Aus⸗ druck lag wie eine Wolke auf ſeiner weißen, hohen Stirn. Plötzlich näherte ſich ihm Anna mit leichten Schritten, legte ihre Hand auf ſeine Schulter und ſagte ſanft:„Erich, über was denkſt du nach? Haſt du wirklich keine Hoffnung, daß der Vater mit erfreulichen Nachrichten zurückkehrt?“
Erich richtete das geſenkte Haupt auf, warf einen ſchnellen Blick durch das kleine Zimmer und erwiederte leiſe:„die Mutter iſt nicht da? Ich moͤchte ſte nicht vor der Zeit betrüben, aber dir, Anna, will ich Alles ſagen. Ja, ich habe nur geringe oder gar keine Hoff⸗ nung!“
„Und warum nicht?« fragte Anna beſtürzt.„Haſt du wirklich Grund, eine abſchlägliche Antwort des Prä⸗ ſidenten zu befürchten?
Erich nickte.„Kleine Fehler, die wir in Raſchheit und Uebereilung begehen, rächen ſich zuweilen ſchwer,“ ſagte er.„So werde auch ich wohl dafür büßen müſſen, daß ich mich von einem unbewachten Augen⸗ blicke fortreißen ließ, etwas zu thun, was an und für ſich gewiß zu entſchuldigen war, mir aber doch die er⸗ bitterte Feindſchaft Jemandes zuzog, der ſich jetzt, wenn er will, auf das empfindlichſte an mir rächen kann. Der Präſident hat einen Sohn, Paul heißt er, dertin meinem Alter iſt und mit mir zugleich alle Klaſſen der Schule beſuchte. Ohne daß einer von uns darüber ſprach, beſtand ſeit Jahren ſchon ein gewiſſer Wetteifer zwiſchen uns. Einer ſuchte es dem Anderen in Fleiß und Tüchtigkeit zuvorzuthun, Jeder ſtrebte danach, den
Der Segen. 2


