Bitte um Verleihung eines Stipendiums rundweg ab⸗ geſchlagen habe.
„Nun, ich konnt' es mir denken, da du ſo lange auf dich warten ließeſt,« ſagte Vater Ehrenfried nach einem Weilchen tiefen Schweigens mit Ruhe.»Glück fliegt, Schmerz kriecht— wenn du gute Nachrichten zu bringen gehabt hätteſt, wärſt du ſchon längſt zurückge⸗ kommen. Wo haſt du indeß geſteckt, Erich?“
„Ich machte einen Spaziergang im Walde,“ ent⸗ gegnete der Jüngling lächelnd.»Im Herzen ſtürmte es doch ein wenig, und das mußte austoben.“
„Richtig, mein Sohn,“ ſprach Vater Ehrenfried und drückte ihm die Hand.„Des Schmerzes muß der Mann allein Herr zu werden wiſſen, während er zur Freude nicht genug Theilnehmer haben kann. Wohlan, nun du das deinige gethan haſt, ſoll es auch an mir nicht fehlen. Gib mir den guten Rock, Mutter— ich will auf der Stelle zu meinem Herrn Präſidenten gehen.«
„Aber der Präſident hat keine Stipendien zu verge⸗ ben, Vater!“ 3
„Nein, das nicht, aber du weißt wohl, ſein Wille i*ſt allmächtig in unſerem Lande, und was er wünſcht oder befiehlt, muß geſchehen. Deine Zeugniſſe her, Erich— ich will ſie mitnehmen, denn ſie ſind am Ende die beſte Unterſtützung meines Geſuchs.“
Der Vater zog den guten Rock an, ſteckte die Zeug⸗ niſſe ein, nahm das ſpaniſche Rohr mit dem Elfenbein⸗ knopfe, und machte ſich gemeſſenen Schrittes auf den Weg. Erich ſah ihm nach, bis er um die nächſte Ecke verſchwand. Dann wendete er ſich um und ſagte ſeuf⸗


