Druckschrift 
Der Segen des Herrn macht reich ohne Mühe : Sprw. 10, 22 ; Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

11 Sein Geſicht war flammenroth, und verlegen ſtammelte er:Ich ſuchte den Herrn Superintenden man wies mich herauf und..«

Kam in die Speiſekammer! Das kann ich mir denken, ohne daß Sie eine weitläufige Erzählung davon machen! unterbrach der Herr Superintendent denn er war es höchſt ungnädig den armen Jungen. Nun, und was wollen Sie eigentlich? Treten Sie doch herein aber ſtäuben Sie erſt Ihren Rock ab Sie ſehen ja aus, wie ein Müllerburſche!«

In der That Erich glaubte geradezu in die Erde zu ſinken die ganze rechte Seite ſeines Frackes war mit Mehl beſtäubt! Beim Aufheben ſeines Hutes hatte er ein Faß geſtreift, ohne viel auf den Inhalt deſſelben zu ſehen, und zufällig war daſſelbe das Mehl⸗ faß der Frau Superintendentin geweſen. Und auch der Hut ſah aus oh! er konnte ſich gar nicht damit ſe⸗ hen laſſen! Eilig ſtäubte er Alles ab, ſo gut es eben gehen wollte, und folgte dann dem Rufe des geiſtlichen Herrn, der ihn nochmals, nach einem kurzen, forſchen⸗ 3 den Blicke auf ſeine übel zugerichtete Kleidung fragte, was für ein Geſchäft ihn denn herführe?

Ja, mit alle den ſchönen Reden, die Erich ſich ausgedacht hatte, war es nun völlig vorbei. Es wir⸗ belte ihm Alles im Kopfe herum, und nur mit Mühe konnte er ſo viel Faſſung gewinnen, um ſeine Bitte um ein Stipendium hervorzuſtammeln. Mit unverhoh⸗ lenem Staunen ſah ihn der Herr Superintendent an. Ein Stipendium? ſagte er in langgezogenem Tone

Sie wollen doch nicht etwa ſtudieren?

Der Nachdruck, welchen der geſtrenge Herr auf das Sie legte, der halb ſtaunende, halb verächtliche Blick,

8*