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ten, eichenen Treppe, die nach Oben führte.„Nun, das wäre nun doch Etwas!“ ſeufzte er aus beklomme⸗ nem Herzen und ſtieg ein wenig ermuthigt die Stufen hinauf. Oben kam er auf einen langen Corridor, mit Thüren zur Rechten und Linken— es waren ſteben oder acht. Welche führte nun zu dem Gegenſtande ſeiner Wuͤnſche, Hoffnungen und Befürchtungen? Das war eine ſchwer zu beantwortende Frage. Auf Gerathe⸗ wohl ging er den Corridor hinab, aber wieder, da er von Neuem eingeſchüchtert war, auf den Zehen, und ſo leiſe und vorſichtig, daß er kaum den Sand unter ſeinen Sohlen knirſchen hörte. Doch da ſteckte ein Schlüſſel— das mußte wohl das Studierzimmer ſein. Mit friſchem Muthe klopfte er— Alles ſtill. Leiſe drückte er auf die Klinke— die Thür ging auf— aber anſtatt vor dem Herrn Superintendenten ſtand der gute Erich vor einer erklecklichen Reihe geräucherter Würſte und Schinken, ein Anblick, der an und für ſich gar nicht üͤbel war, für den Augenblick aber in dem armen Erich nur das Gefühl getäuſchter Erwar⸗ tung erweckte. Eben wollte er ſich von der Vorraths⸗ kammer der Frau Superintendentin wieder zurückziehen, um ſeine Entdeckungsreiſe weiter fortzuſetzen, als eine barſche Stimme hinter ihm rief:„Herr, was haben Sie da zu ſuchen?«
Erich erſchrack über die unverhoffte rauhe Anrede dermaßen, daß ihm der Hut aus der Hand fiel und
geradesweges in die Speiſekammer hineinrollte. Hurtig
ſprang er hinterher, faßte ihn zum Glück, ehe er ſich
in die Irrgänge verſchiedener Tiſch⸗ und Bankbeine verlor, raffte ihn auf und wendete ſich dann zu dem
Herrn der Stimme, die ihn ſo ſehr erſchreckt hatte.
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