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kümmerte, ihn nach ſeinen Abſichten gefragt, ihn will⸗ kommen geheißen, oder ihn wenigſtens bei dem Herrn Superintendenten gemeldet hätte. Unentſchloſſen blickte Erich umher, faßte ſich endlich, da doch alles Zögern nichts helfen konnte, ein Herz, ſchlich auf den Zehen der Thuͤr zu, die ihm am nächſten lag, und klopfte mit gekrümmtem Finger ſchüchtern an. Niemand öff⸗ nete, Niemand rief herein! Er klopfte noch einnal— etwas ſtärker— aber Alles blieb ruhig. Er drückte zuletzt auf die Klinke— die Thür war verſchloſſen. Er ging an eine andere, in welcher der Schlüſſel ſteckte. Es verdroß ihn nachgerade, daß ſich ſo gar kein Menſch um ihn bekümmerte, und der Aerger flößte ihm Muth ein, oder dämpfte wenigſtens ſeine Bangig⸗ keit. Er trat tapfer auf, ſo daß ſeine Schritte wohl vernehmbar waren, und pochte derb mit dem Knöchel an. Gleich darauf ward die Thur geöffnet, eine ge⸗ putzte Dame erſchien auf der Schwelle und maß den jungen Menſchen, der ganz beſtürzt eine tiefe, ehrer⸗
bietige Verbeugung machte, mit kaltem Blicke.
„Was wuüͤnſchen Sie?« fragte ſie nicht eben
freundlich.
„Den Herrn Superintendenten..“ „Mein Mann iſt oben!“« unterbrach ihn die Dame,
und klapp! flog ihm die Thuͤr vor der Naſe zu.
Der arme Junge war höchlich beſtürzt. Oben! Ja, wie kam er nur erſt hinauf, und wie ſollte er denn in dem großen Hauſe grade das Zimmer des hochwuͤrdigen Herrn finden? Wieder ſtand er ein paar Minuten unſchlüſſig und ging endlich auf die dritte Thür los. Da auf ſein Klopfen Niemand hörte, öffnete er ſie, und ſtand vor der blank gebohnten, bre


