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Der Segen des Herrn macht reich ohne Mühe : Sprw. 10, 22 ; Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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7 ſchon auf der Schule nur mit Mühe erhalten hatte, ſtudiren zu laſſen dann wollte er mit dem ſchweren Geſchütz ſeiner vortrefflichen Zeugniſſe vorrücken, die nichts wie Liebes und Gutes, nämlich großes Lob ſei⸗ ner Fähigkeiten, Anlagen und geſammelten Kenntniſſe enthielten und wenn das Alles noch nichts half, ſo wollte er als letzten Angriff ſich auf ſeinen freundlichen Gönner, den Direktor des Gymnaſiums, berufen, der ihm ja verſprochen hatte, ihm bei jeder Gelegenheit kräftigſt das Wort zu reden.

Das ſind drei wackere Angriffe, die ich auf das Herz Seiner Hochwürden machen kann, ſprach Erich zu ſich ſelbſt, und athmete freier auf, indem er meinte, daß ſie kräftig genug ſeien, um den Sieg der guten Sache herbeizuführen.Ja, ja, es muß Alles gut gehen, und recht tüchtig auslachen ſollte man mich, weil ich ſo lange gezweifelt, geſchwankt und gezögert habe, dieſen nothwendigen Gang zu thun, der am Ende gar nicht ſo ſchwer iſt. Gewitterwolken ſehen in der Ferne immer ſchwärzer aus, als in der Nähe. Vor⸗ wärts, Erich!.

Und munter vorwärts ging es wieder, ſo leicht, als ob Erich die Zuſtcherung des Stipendiums ſchon in der Taſche des Fräckchens hätte. Aber als er nun die gegitterte Eiſenthür des Gartens öffnete, in deſſen Mitte, umringt von grünen Büſchen und bunten Blu⸗ men, das Haus des Herrn Superintendenten lag, da ſank ihm von Neuem der Muth, das Herz wurde ihm

wieder ſchwer, die Füße wieder wie Blei, und vor

lauter Beklemmung konnte er kaum Athem ſchöpfen. Die Gruͤnde, auf welche er ſein Geſuch ſtützte, ſchienen ihm auf einmal, obgleich er ſie kurz vorher noch für