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fluſſe ſchwelgt, und ſo mag es wohl geſchehen, daß er meine ehrfurchtsvolle Bitte um geneigte Gewährung eines Stipendii beredtſam unterſtützt. Nun, wie Gott will!. Der ſaure Gang muß angetreten werden, ob⸗ gleich es mir wie Blei in den Füßen liegt. Adieu, liebſte Mutter, Adieu, Schweſter Anna!“«
„Nun, ſo geh' mit Gott,« ſprach die Mutter— „und der Herr gebe ſeinen Segen zu deinem Gange!«
Anna umarmte den Bruder, küßte ihn und flüſterte ihm in's Ohr:„»Und wenn der geiſtliche Herr Nein ſagt, Erich, dann denke hübſch an das, was dir der Vater verſprochen hat. Du weißt wohl, er wird es halten, und gewiß auf irgend eine Weiſe Rath ſchaffen. Adieu, Erich!“
Erich riß ſich von den Seinigen los, drückte den Hut tief in die Stirn, um die Leute nicht ſehen zu laſſen, wie zaghaft ſeine Augen blickten, und eilte da⸗ von. Anfangs ging er raſch, aber je näher er der Wohnung des geſtrengen Herrn Superintendenten kam, deſto langſamer wurden ſeine Schritte, deſto ſchwerer wurde ſein Herz. Einige Male blieb er ſogar ſtehen, ſchöpfte tief Athem, und überredete ſich ſelbſt, er zögere nur, um eine recht zierliche und eindringliche Anrede auszuſinnen, die er an den Herrn Superintendenten,
von deſſen Ja oder Nein ſein zukünftiges Schickſal ab:
zuhängen ſchien, richten wollte. In Gedanken ordnete er Alles ganz prächtig, überlegte und prüfte jedes Wort, was er zu ſagen gedachte, nahm ſich vor, recht ein⸗
dringlich die Lage ſeines Vaters zu ſchildern, der ja.
bei den zwölf Thalern monatlichen Gehaltes, welchen er für ſeine längjährigen treuen Dienſte bezog, unmög⸗ lich ſo viel eruübrigen könne, um ſeinen Sohn, den er


