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Vater Ehrenfried ſtäubte den Rockärmel ab, auf welchem die vergilbten Akten einige Spuren ihres Al⸗ ters zurückgelaſſen hatten, legte die weiße Halskrauſe in zierliche Falten, richtete ſich ſtolz und gerade in die Höhe, und ſagte zögernd, aber mit der Entſchiedenheit eines feſten Entſchluſſes:„Nun gut, wenn denn wirk⸗ lich dein Gang vergeblich ſein ſollte, ſo muß das Aeußerſte geſchehen. Seit dreißig Jahren diene ich dem Staate getreu und unverdroſſen, und in dieſer ganzen Zeit habe ich nie den Mund geöffnet, um mir eine Gunſt zu erbitten. Jetzt aber ſoll es geſchehen, dir zu Liebe, Erich! Verlaß dich darauf, man wird dem alten Ehrenfried keinen abſchläglichen Beſcheid ertheilen. Aber ich thu' es ungern, und erſt, wenn du das Letzte verſucht haſt, will ich zum Aeußerſten ſchreiten. Vor⸗ wärts, Erich! den ſchwarzen Frack angezogen, die weiße Halsbinde dazu, und hin zu dem geiſtlichen Herrn. Das Ding muß ein Ende nehmen. Seit acht Tagen ſchon ſchleichſt du mir trübſelig herum, drückſt dich aus einem Winkel in den andern, und machſt ein Geſicht dazu, wie ein armer Sünder, deſſen letzte Aus⸗ ſicht eine hanfene Schlinge am Gevatter Dreibein iſt! Potz tauſend, meinſt du denn, daß deiner Mutter und mir wohl zu Muth iſt, wenn wir dich ſo umgewandelt ſehen müſſen? Marſch, Junge! Wenn ich heute Mittag von der Kanzlei komme, will ich wiſſen, was du ausgerichtet haſt, ſei's im Guten, ſei's im Schlim⸗ men! Verſtanden? Guten Morgen, Kinder!“
Entſchloſſen nahm Vater Ehrenfried das Aktenbün⸗ del wieder unter den Arm und ſchritt der Thuͤr zu. Aber auf der Schwelle wendete er ſich noch einmal um und ſah mit mildem, gutmüthigem Lächeln nach Erich
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