Erſtes Kapitel. Der Segen des Herrn macht reich.
„Und wenn es nun auch nicht wäre, mein Sohn, würdeſt du es deiner Mutter, deiner Schweſter, deinem Vater zu Leid thun können, wirklich den Kopf und mit ihm Hoffnung, Muth und Freudigkeit zu verlieren?“ fragte Vater Ehrenfried, der alte Kanzleiſchreiber, in⸗ dem er, ſchon völlig zum Ausgange gerüſtet, noch ein⸗
mal den Stoß Akten, den er unter dem Arme trug, auf den Wachstuchtiſch legte, und mit wehmüthigem Ernſte ſeinen Erich anblickte.„Kopf in die Höhe, lie⸗ ber Junge! Brauchſt dich ja doch wahrhaftig nicht zu ſchämen, dem Herrn Superintendenten unter die Augen zu treten. Haſt die Schule mit Ehren verlaſſen, haſt gute Zeugniſſe und ein gutes Gewiſſen; wenn’s nach Recht und Gerechtigkeit geht, müſſen ſie dir das Sti⸗ pendium geben.“
Erich, ein blühender, friſcher Juͤngling, erhob das gebeugte Haupt ein wenig und antwortete mit einem leiſen Seufzer:„Ja, Vater, wenn! Aber es geht mehr nach Gunſt, als nach Recht! Ich habe nur ge⸗ ringe Hoffnung!“ 8
Der Segen. 3 1


