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abſchreckend genug ſah der fremde Gaſt aus, ſo daß ſich ein Kind wohl grauen konnte vor ihm. Seine Klei⸗ dung war zerlumpt, Elend und Hunger ſprach aus ſeinen Zügen, und ſeine Stimme klang hohl, als er beim Eintreten in die Laube ſprach:„Salem Alekem (Friede ſei mit Euch)!“
„Gut Jontef(Feiertag)!« erwiederte Baruch, deſſen Züge beim Erſcheinen des Fremden ein ſeltſames Er⸗ ſtaunen überflog.»Setzt Euch, Fremder! Eſſet von unſerem Brode und trinkt von unſerem Weine!“
Der Schnorrer ließ ſich nicht zweimal nöthigen. Gierig fiel er uͤber Speiſe und Trank her, obgleich die Kinder ſcheu von ihm fortrückten und Keines ihm die Hand zum Willkommen reichte. Schmulche aber be⸗ trachtete den Gaſt mit forſchendem Blicke, und plötzlich ſprang er auf und ſchaute betroffen auf Baruch. Ein Wink von dieſem genügte jedoch, um ihn zu beſtimmen, ſich ruhig wieder hinzuſetzen.
Der Fremde aß und trank, bis er geſättigt war. Dann ſagte er:„Ich danke Euch im Namen Jeho⸗ vahs des Gerechten!« und ſtand auf, um weiter zu wandern. 8
„Der Herr geleite Euch!“ erwiederte Baruch.„Sa⸗ muel, geh' mit ihm, er wird eines Reiſepfennigs be⸗ dürfen.“
Bei dieſen Worten legte er zugleich die Finger zum Zeichen des Schweigens auf die Lippen, und Samuel verſtand wohl, was er meinte. Er ging mit dem frem⸗ den Schnorrer, und an der Thür überreichte er i zwanzig Goldſtücke zum Reiſegeſchenk. Betroffen ſchaute der Schnorrer ihn an.


