Siebentes Kapitel.
Vergeltung.
Eine Reihe von Jahren war verſtrichen ſeitdem, und wieder einmal kam das ſchöne, liebliche Laubhütten, und wieder, wie vor Jahren zu Paris, feierten es Baruch und Schmulche⸗ Leben mit frohen, zufriedenen Herzen, und zwar in Frankfurt am Main, wohin ſie ſich nach ihrer Flucht aus Paris gewendet hatten. Aber ſie feierten es nicht allein. In der großen, köſtlich ge⸗ ſchmückten und Abends mit ſilbernen Kronleuchtern er⸗ hellten Laube ſaßen am Tiſche um Baruch herum auch fröhliche, friſche Kinder mit rothen Wangen und blitzen⸗ den ſchwarzen Augen, und Schmulche gegenüber ſaß eine ſchöne Frau mit lächelndem Angeſicht, und die Frau war Schmulche's Frau, die Kinder wa ſeine Kinder, und man brauchte nur hinein zu ſcha in die Laube, um auf den erſten Blick zu lehe 6 Gottes Segen auf Allen ruhete, und Glück und Frieden heimiſch waren in dem Kreiſe der guten Menſchen, die ſich um Baruch verſammelt hatten.
Die Jahre waren freilich nicht ſpurlos an ihm und Schmulche vorüber gegangen; Baruchs Haar und Bart glänzten ſilberweiß, aber noch färbte die Röthe der Geſundheit ſeine Wangen, und ſeine Augen ſchau⸗ ten noch hell aus dem ſanften, ehrwürdigen Antlitz. Schmulche dagegen war ein Mann geworden, und ſui in der vollen Blüthe ſeiner Kraft.


