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Schmulche-Leben : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Schmulche ſchien wirklich Luſt zu haben, dieſer Auf⸗ forderung Folge zu leiſten, denn ſeine Augen flammten auf und ſeine Fäuſte ballten ſich, aber Salmon ſchien auf etwas dieſer Art vorbereitet zu ſein, denn er zog kaltblütig ein Piſtol aus der Taſche und richtete die Mündung auf Baruch.

Nichts der Art, ſagte er,oder beim erſten Ver⸗ ſuche ſchieß' ich den Alten nieder. Was wollt Ihr? Ich mein' es gut mit Euch, ich laß Euch fliehen!

Ganz recht, weil du dieſes Geld herausgeben müß⸗ teſt, wenn wir in den Kerker zurückkehrten, entgegnete Schmulche.Deine Güte durchſchau' ich! Rechne auf keinen Dank! Aber gleichviel, es gilt das Leben! Vater Baruch, komm, und laß den Mammon dem Ungerechten!

Der alte Mann rang die Hände und flehte Gottes Zorngericht über den Moßerer herab. Aber ſein Jam⸗ mer nützte zu nichts, und Salmon ſpottete nur darüber. Schmulche drängte deßhalb zum Gehen, und war ſchon im Begriff, mit ſanfter Gewalt den alten Baruch nach der Hinterthür zu drängen, als ganz unerwartet eine neue Erſcheinung auf dem Schauplatze auftauchte. Ein junger Officier trat in das Gemach, und fragte ruhig:

Was geht hier vor? 8 Kaum hatte Schmulche den jungen Officier erblickt, ſo ſtürzte er mit Ungeſtüm auf ihn zu, ergriff ſeine Hand, und rief aus:Gott meiner Väter, Andreas! Andreas! Nach ſo vielen Jahren ſeh' ich endlich wieder das geſegnete Antlitz!

Der junge Officier ſtutzte, heftete einen forſchenden, durchdringenden Blick auf Schmulche, und zog ihn dann

plötzlich freudeſtrahlend an ſeine Bruſt.