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und nicht mir Vertrauen geſchenkt hat, und weil ich unter keiner Bedingung zur Nachtzeit die Conciergerie verlaſſen darf. Du ſiehſt alſo ein, daß du das Ge⸗ ſchäft beſorgen mußt. Erkläre dich nun: willſt du oder willſt du nicht?«
„Eh bien, wenn Sie durchaus darauf beſtehen, ſo mag es ſein,« erwiederte Louis.„Geben Sie mir den Befehl und den Paſſierſchein.“
Der Ober⸗Aufſeher warf ſchnell einige Zeilen auf ein Blatt Papier und händigte es Louis ein.„Hier!« ſagte er.„Wenn du irgendwo angehalten wirſt, brauchſt du dieſe Ordre nur vorzuzeigen, und man wird dich überall frei gehen laſſen. Um elf Uhr halte dich bereit, und gib dem Juden einen Wink, damit auch er vor⸗ bereitet iſt. Ich ſelbſt werde dir das Gitterthor öff⸗ nen, und alles Uebrige iſt ja leicht. Auf Wiederſehen, mon ami!“
Das Herz geſchwellt von Freude und Entzücken kehrte Schmulche nach dem Saale der Gefangenen zu⸗ rück.„Gelungen!“ jauchzte es in ſeinem Innern.„Der Ober⸗Aufſeher ſelbſt öffnet uns Thür und Thor, und einmal draußen, werden wir uns hüten, in den Kerker zurückzugehen! Die Flucht aus Paris wird nicht ſchwer ſein, denn der Paſſierſchein bahnt uns den Weg. Der Schem Boruch hu(der, deſſen Name gelobt ſei) iſt mit uns, und ich rufe aus voller Seele: Boruch Dajin emes(gelobt ſei der gerechte Richter)!“
Ein Wink und einige leiſe geflüſterte Worte benach⸗ richtigten Baruch, daß der Augenblick der Befreiung nahe ſei, und Gott dankend in ſtillem Gebete faltete der Greis ſeine Hände. Mit Ungeduld harrte Schmulche
der elften Stunde. Der Boden ſchien unter ihm zu 3 7*²⁸


