der Straße? Wenn ich dir nicht gegeben hätte zu eſſen?
Wenn du hätteſt müſſen ſchlafen mit leerem Magen? Wie dann, Schmulche⸗Leben?«
„Wie dann? Wie dann?« erwiederte der Knabe. „Nun, dann wär' ich vielleicht geſtorben vor Hunger noch dieſe Nacht und wär' auf der Himmelsleiter des Erzvaters Jakob geſtiegen in Gan Eden(das Paradies). Hoch würd' ich dann ſein genug, und brauchte nicht höher zu ſteigen. Wenn ich aber lebe, ſo will ich vor⸗ wärts, bin ich auch gleich nur ein armer Jud'.“«
»Du haſt große Gedanken, Schmulche,“« ſagte der Alte.„Da wirſt du wohl nicht einmal wollen an⸗ nehmen, was ich bin geſonnen dir anzubieten.“
»Und warum nicht?« antwortete der Knabe.„Spre⸗ chen Sie nur. Aber ſagen Sie mir auch zuerſt, wer Sie ſind.“
»Das iſt bald geſagt. Ich bin Baruch, Mendel Baruch, Händler und Pfandleiher, gebürtig aus der Judengaſſe in Frankfurt am Main, und wohnhaft in Paris ſeit dreißig Jahren.“ 3
„Gut, Herr Baruch! Und nun?«
»Und nun? Was meinſt du mit deinem: ‚und nun? Schmulche.“
»Ich will nur fragen, was Sie meinen, Herr Bruch, das ſie mit mir anfangen wollen?«
Das ſollſt du erfahren, Schmulche. Du mußt wit ſer. daß ich dich brauchen will zum Auslaufen, zum Aufwaͤrer, zum Schameß(Diener), mit einem Wort, wozu ich be gebraucht deinen Vorgänger, der mir vor ein paar Tagen davon gelaufen iſt, ich weiß nicht,
warum. Der Tienſt iſt nicht ſchwer, und du ſollſt
werden gut gehaten dafür in reichlichem Eſſen, guter
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