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8 Schmulche⸗Leben folgte buchſtäblich dem empfangenen NRathe, und kümmerte ſich nichts um den alten Juden,
aber deſto mehr um das Brod. Er ſchnitt ſich ein tüchti⸗ ges Stuͤck ab, verzehrte es mit Behagen, ließ dem erſten ein zweites, ein drittes Stück folgen, und legte dann erſt das Meſſer auf die Seite. Der alte Jude hatte ihn mittlerweile verſtohlen, aber ſehr ſcharf beobachtet, und ſchien mit dem Ergebniſſe ſeiner heimlichen For⸗ ſchung ganz zufrieden zu ſein. Wenigſtens nickte er ein paar Mal lächelnd mit dem Kopfe, ſtreichelte ſeinen langen Bart, und murmelte vor ſich hin:„Es wird gehen! Das Geſicht iſt ehrlich und kein Falſch darin. Ich glaub', ich werd' ihm können trauen.“
„Dank Euch, Herr,“ ſagte jetzt Schmulche.»Ich bin geſättigt und bereit zu Allem, was Ihr von einem armen Knaben verlangen könnt.“
„Gut, Schmulche⸗Leben,“ erwiederte der Alte, in⸗ dem er den Tiſch abräumte, und Brod und Meſſer in einen Schrank ſchloß, aus dem er Beides vorhin her⸗ ausgenommen hatte.„Antworte mir offen auf ein paar Fragen. Zuerſt, wer und was biſt du?«
„Was ich bin, Herr? Nichts bin ich, weniger als nichts, ein Betteljud' vor der Hand! Aber ich will werden etwas mit der Zeit und mit feſtem Willen. Ich habe mir vorgenommen, daß ich ein Babym(tüch⸗ tiger Burſch) und ein hoch angeſehener Mann werden
1 will, bevor daß ich ſterbe.“
„Boruch Dajin emes(gelobt ſei der gerechte Rich⸗
ter), das haſt du dir vorgenommen, Schmulche⸗Leben!«
rief der alte Jude aus.„Biſt du meſchuge(närriſch) in deinem Kopf? Der Schnorrer(Bettler) will werden
ein Szrore! Und wenn ich dich nicht hätte gerufen von
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