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Schmulche-Leben : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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ſich indeß auf ſeine gegenwärtige traurige

Ja, recht gern, von Herzen gern!« erwiederte der⸗ Knabe, und drückte die Hand des Juden, die ihn hingereicht wurde.Und wie heißt du?«

Samuel heiß' ich, Samuel Friedländer, aber wenn du mich erfreuen willſt, ſo nenne mich Schmulche, Schmulche⸗Leben! Ich hab' es lange nicht gehört, daß Jemand Schmulche⸗Leben zu mir geſagt hat!

Schmül⸗ke Le⸗ben,« brachte Andreas nicht ohne Mühe lächelnd hervor,Schmül⸗ke Le⸗ben! Das iſt ein ſchwerer Name, Samuel.

Ja, ſchwer für eine franzöſiſche Zunge, entgeg⸗ nete der Judenknabe.Es iſt aber auch ein deutſcher Name. Ich bin nicht in Frankreich geboren, André. Mein Vater nahm mich mit aus Preußen nach Paris, als ich war fünf Jahr alt, und hier ſtarb er vor zwei Jahren ganz in Armuth und in Betrübniß, weil er war betrogen worden um all' ſein Gut und Geld. Wenn er mich rief, ſo rief er mich Schmulche⸗Leben, und darum hör' ich ſo gern, wenn mich Jemand nennt bei dieſem Namen. Verſuch' es noch einmal, Andre, ob du ihn nicht heraus bringſt mit deiner franzöſiſchen Zunge. Schmul⸗che Le⸗ben!

Andreas verſuchte es zehn, zwanzig Mal, aber es

gelang ihm nicht, den Namen richtig auszuſprechen. Es

wurde immer Schmül⸗ke Le⸗ben daraus, bis Schmulche ſelber den Verſuch endlich als hoffnungslos aufgab.

Inſofern alſo hatte die Unterhaltung der beiden Knaben

zu nichts geführt; dagegen war ihnen die Zeit zi raſch vergangen und André's tiefe Niedergeſ ein wenig zurückgedrängt worden. Plöt

blaſſes Geſicht nahm wieder den bed ückte