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Sechstes Kapitel. Juan Santos.
Eines Tages, es mochte ein Jahr nach dem Ver⸗ ſchwinden des Schulmeiſters und ſeines Sohnes ſein, ſaß Joſeph, in tiefe Gedanken verloren, auf einem Hügel nahe bei der Pflanzung, von deſſen runder Kuppe
aaus man die ganzen Felder uͤberſehen konnte. Aber er
hatte heute keinen Blick für die geſegneten blühenden Fluren, ſondern berechnete im Geiſte, wie lange Zeit er und die Aeltern noch arbeiten und ſparen müßten, um endlich den Weg nach der Heimath antreten zu können. Das Ergebniß ſeiner Berechnung war kein freudiges, denn noch manches Jahr mochte vergehen, bevor man eine hinlängliche Summe geſammelt hatte, um die Ueberfahrt nach Deutſchland zu beſtreiten und dort ein kleines Beſitzthum zu erwerben, und ſenkte deßhalb traurig die Augen zu Boden. Da weckte ihn ein ſanfter Schlag auf die Schulter aus ſeiner träumeriſchen Verſunkenheit, und aufſchauend, gewahrte er Juan Santos, welcher ſeit Matteo's Tode deſſen Stelle bei Joſeph vertreten hatte. Ihr ſeid betrübt, Sennor,“ ſagte Juan freundlich, ſchon ſeit vielen Wochen betrübt, ich ſehe es wohl. Zuan Santos iſt Euer Freund,— warum theilt Ihr ihm den Kummer nicht mit, der Euch drückt?« „Weil du mir und uns Allen doch nicht helfen könnteſt, guter Santos,“ erwiederte Joſeph mit einem Seufzer. „Quien Sabe— wer weiß,“ antwortete der Indianer lachelnd.„Sprecht nur offen mit mir, Sennor Joſe.“ Joſeph fühlte ſich durch die Herzlichkeit, mit welcher
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