8⁵ nicht den Umfang unſeres Reichthums. Laß uns auch die andern Adern betrachten!“.
„Sie nahmen ihre Grubenlichter zur Hand und leuchteten an den Wänden der Höhle umher. Wie ein ſilbernes Netz verzweigten ſich die Erzadern durch das taube Geſtein, und es bedurfte augenſcheinlich nur weniger Anſtrengung, ſie auszubeuten und reichen Ge⸗ winn davon zu ärndten. Indem ſie noch dieſe Schätze anſtaunten und bewunderten, entdeckte das ſcharfe Auge des Schulmeiſters in einem Winkel der Höhle eine nie⸗ drige Wölbung.
„Was iſt das?“ rief er aus.„Es ſcheint ein Gang zu ſein, der noch weiter in das Innere der Erde hin⸗ ein führt. Wir müſſen ihn unterſuchen, Franz! Ich gehe voran!“
Vorſichtig mit dem Grubenlicht voraus leuchtend, betraten ſie in gebückter Stellung den Gang, konnten ſich aber bald wieder gerade aufrichten, da er ſich all⸗ mählig erhöhte und etwas breiter wurde. Nur etwa fünfzig Schritte mochten ſie gegangen ſein, da erreichten ſie eine zweite Höhle, und mit einem Aufſchrei grän⸗ zenloſen Entzückens ſah der Schulmeiſter darin den ſo
lange vergeblich geſuchten Schatz des Inka aufgehäuft. 84 Franz ſtand neben ihm, und ſtarrte ſprachlos auf die
Maſſen des gelben blitzenden Goldes.
„Alles unſer!« rief er nach einer Weile mit vor Leidenſchaft erſtickter Stimme aus.„Der Tod des In⸗ dianers macht ſich reichlich bezahlt! Welch ein Glück, daß wir ihm aufpaßten und ihn verfolgten!“
„Ja, welch ein Glück!« ſtammelte der Schulmeiſter. „Es iſt zu viel! Kaum vermag ich's zu faſſen.“
»So ſieh' denn, ob dein Verderben dir die Faſſung


