Druckschrift 
Der Schatz des Inka : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

84 1 V

ſchon ſtand der Schulmeiſter vor einem Haufen köſtli⸗ chen Silber⸗Erzes, bei deſſen Anblicke ihm das Herz im Leibe lachte. Das iſt unſer, Alles unſer, Franz! rief er aus, indem er mit zitternden Händen den Reichthum beta⸗ ſtete.Und nicht nur dieſes allein, ſondern auch Alles, was uns noch von dieſen Wänden entgegen blitzt, Alles was noch dieſe zahlreichen Adern an unermeßlichen Schätzen enthalten. Alles iſt unſer! Alles, Alles, Alles! Die ganze Welt! Der Mann war wie wahnſinnig, ſo berauſchte ihn der allerdings reiche Fund, den er gethan hatte. Daß er durch ein ſchweres Verbrechen erlangt worden war, daran dachte er in dieſem Augenblicke nicht, und eben ſo wenig dachte Franz daran, der mit vor Gier und ggeſättigter Habſucht funkelnden Augen über den Schatz geebeugt ſtand, und die losgeſprengten Stücke des Sil⸗ ver⸗Erzes in ſeinen Händen wog. Miicht für ein deutſches Herzogthum möchte ich dieſe Höhle vertauſchen! rief er aus.Ja, Vater, wiir ſind reich, unermeßlich reich, und alles Glück der Erde ſteht uns nun zu Gebot. Wer wird jetzt noch wagen, über uns ſpotten und uns gute Lehren geben zu wollen! Niemand, am wenigſten der armſelige An⸗ ger, der ſich im Schweiße ſeines Angeſichts abmühen 1 muß, um ſein erbärmliches Leben zu friſten und ein paar Thaler jährlich zuſammen zu klauben!

Der Schulmeiſter zuckte verächtlich die Achſeln. Der arme Schlucker!« ſagte er.Aber, mein Sohn, fuhr er fort und wendete ſich ab, um einen forſchenden

Blick durch die Höhle zu werfen.Noch kennen wir