zu neuer Arbeit früh bei Kräften zu ſein, und der
gute Pächter Anger ließ ſich's nicht träumen, welch
ein ſchwerer Tag ihm bevorſtand. 8
Mit Sonnen⸗Aufgang war er ſchon wieder auf dem
Platze, und ſah nach ſeinen Leuten und den Ställen,
um ſich zu überzeugen, daß das liebe Vieh auch richtig
verſorgt wäre. Er hatte keinen Anlaß zur Unzufrieden⸗
6 heit, gleichwohl war ſeine Miene nicht heiter, als er
6— aus den Ställen in's Freie trat, und einen prüfenden
Blick uͤber Himmel und Erde gleiten ließ. Kein Lüft⸗
chen regte ſich, die Sonne hing wie ein rieſiger blenden⸗
der Silberſchild über dem Horizonte, der Himmel war
1 blau und wolkenlos, aber trotz der frühen Stunde
hauchte die Luft nicht jene köſtliche Friſche eines heite⸗
F ren Sommer⸗Morgens, ſondern lag ſchwül und drückend
über der Erde.
»Das wird einen heißen Tag geben heute,“ mur⸗
melte der Pächter vor ſich hin,„die Leute werden ſaure
Arbeit haben in der Sonnengluth!«
Gegen Mittag bedeckte ſich der Himmel mit weiß⸗ lichgrauen Dünſten, welche ſich immer dichter und mächtiger anhäuften, und die Sonne einhüllten, ſo daß ſie nur wie eine blaſſe Scheibe am Himmel ſtand. Eine Stunde ſpäter verſchwand ſie gänzlich hinter den Dunſtſchleiern, und eine breite, fahlgraue Wolkenwand
zog vom Weſten her ſchwer und düſter heran. Die Schwüle der Luft wurde faſt unerträglich, und mit bangen Blicken beobachtete Frau Lisbeth den drohenden
Himmel. 1„Gott ſchütze uns, lieber Mann,“ ſagte ſie.„D 3 4 ſcheint ein ſchweres Gewitter zu runeden a
„Wenn es nur nicht noch etwas Schlimmeres iſtes


