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Hoch im Norden : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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merkte er zu ſeiner angenehmen Ueberraſchung, daß die Eiswand minder ſteil wurde, und daß er mit größter Leichtigkeit ausſchreiten konnte. Plötzlich that ſich vor ihm eine Art ganz ebenen Weges auf, der, wie es ſchien, um den höchſten Gipfel des Gletſchers herum⸗ führte. Er verfolgte denſelben mit neuem Muthe, und erreichte bei einer ſcharfen Biegung des Weges ganz unverhofft einen Punkt, von wo aus er einen weiten Blick auf die nördlich vom Gletſcherberge gelegene Ge⸗ gend werfen konnte. Er hatte den Gletſcher wirklich umgangen, und ſein Muth war von dem ſchönſten Er⸗ folge gekrönt worden.

Wie betäubt von ſeinem guten Glücke ſtand er ein Weilchen regungslos da; dann aber ſtieß er einen Schrei des Entzückens aus, und fiel auf die Kniee nie⸗ der, um zu beten.

Hierauf überlegte er. Sollte er zurückkehren, um den Kapitän und Hans zu benachrichtigen? Aber nein! Es war ſchon zu ſpät dazu, und wenn er heute noch den nördlichen Fuß des Gletſcherberges erreichen wollte, ſo mußte er ſich beeilen. Entſchloſſen ſetzte er ſeinen Weg weiter fort, und ſtieg ziemlich ſchnell den Abhang hinunter, der auf dieſer Seite weit minder ſteil war, als auf der ſüdlichen. Weiter und weiter ging, glitt, rutſchte und ſprang er, bis er bei einer abermaligen Biegung, welche eine breit vorſtehende Eiswand ihn zu machen nöthigte, eine freie Ausſicht in weſtlicher Richtung gewann.

r ſtutzte und blieb ſtehen. Offenes Waſſer lag vor ihm, eine ſpiegelnde glänzende Fläche, die ſich weit⸗ hin nach Norden und Nordoſten erſtreckte, in der letzte⸗ ren Richtung aber von einem unabſehbaren Eisfelde