Druckschrift 
Hoch im Norden : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

101

»Du haſt recht; es verhält ſich, wie du ſagſt, er⸗ wiederte Kapitän Becker erfreut.Die Cylinder enthal⸗ ten Alles, was wir gebrauchen, und ſo wollen wir uns nicht grämen, daß das Uebrige dahin iſt. Aber wie ſie gewirthſchaftet haben, die Beſtien! Außer den Cylindern und ein paar Fäßchen mit Salzfleiſch, die dort aus dem Schnee hervorragen, haben ſie doch aber auch gar nichts verſchont.

Eine nähere Unterſuchung ergab, daß es ſich in der That ſo verhielt. Von den Tonnen und Fäſſern fand man nur noch Holzſplitter, ſogar ein mit ſtarken eiſer⸗ nen Reifen verſehenes Faß war in kleine Truͤmmer zerſchlagen, und eine große zinnerne Kanne mit Spiri⸗ tus faſt zu einer Kugel zuſammengedreht. Kaffee, altes Segeltuch, Brod, Mehl, Alles hatten die Bären ver⸗ zehrt oder zerriſſen und zerſtreut, und im Uebermuthe der Zerſtörung die Brodfäſſer ſogar bis hinein in's Mhet gekollert, wo ſie noch zwiſchen den Eisſchollen agen. Man mußte ſich begnügen, die Cylinder auf die Schlitten zu vertheilen, und konnte noch zufrieden ſein, ſie wenigſtens gefunden zu haben, denn ohne ſie hätte man, da man nicht mehr mit Lebensmitteln verſehen war, zu dem Schiffe zurückkehren müſſen.

Das zweite Depot, welches die Geſellſchaft erreichte, befand ſich in ähnlichem Zuſtande, wie das erſte, das dritte aber wurde zur großen Freude Aller noch ganz unverſehrt gefunden. Auch hier zeigten ſich zwar Spu⸗ ren von den Angriffen der Eisbären, aber die Feſtigkeit des Verſteckes hatte ihren Krallen Widerſtand geleiſtet. An dem Verluſte der beiden Andern war nun nicht viel gelegen. Die Vorräthe des Letzten waren groß

2