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Hoch im Norden : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Chlor⸗Aether eine feſte Geſtalt annahm. Die Luft brachte beim Athemholen ein ſtechendes Gefühl hervor, und Jedermann athmete vorſichtig mit feſtgeſchloſſenen Lippen. Aber ſelbſt dieſe grimmige Kälte wurde ſtand⸗ haft ertragen, denn, dem Himmel ſagte man Dank da⸗ für, das Tageslicht kehrte immer länger und glänzen⸗ der zurück, und erfuͤllte die Herzen mit Hoffnung naher Erlöſung. Die düſteren Geſichter der Mannſchaft hei⸗ terten ſich wieder auf, und der Zuſtand der Kranken beſſerte ſich. Am 17. April konnten auf dem Schiffe die Kajütenlampen ausgelöſcht werden, und man be⸗ gnügte ſich an Bord wie die übrige Welt mit dem Tageslicht.

Die Zeichen des wiederkehrenden Frühlings mehrten ſich. Eine einſame Schnee⸗Ammer erſchien als der erſte Vorbote des Sommers. Andere Vögel folgten. Die Möven kreiſchten wieder über den Eisſchollen, und ſtürzten über die Küchenabfälle vom Schiffe her, welche ſie als Leckerbiſſen verzehrten. Aber erſt in der zweiten Woche des Mai begann die eigentliche große Polar⸗ Wanderung der Thiere. Vom 16. dieſes Monats an, konnte man zu jeder beliebigen Stunde vom Verdeck des Schiffes aus ſehen, wie kleine Züge von Vögeln nach ihren unbekannten Waide⸗ und Brüteſtrichen flo⸗ gen. Alke und Eidergänſe zogen in ganzen Schaaren vorüber.

Immer lag aber das Schiff noch ringsum im Eiſe feſt, und es hatte gar nicht den Anſchein, als ob es jemals daraus befreit werden wuͤrde.

Da, am letzten Mai, brach ein heftiger Sturm aus, und wehte Schnee in ſolchen Maſſen und mit ſolcher Gewalt vor ſich her, daß er durch die kleinſten Ritzen