Nicht lange dauerte es, ſo wurden Bart, Augenwim⸗ pern und der weiche Flaum an den Ohren mit einer zarten, weißen Decke von Reif überzogen, an Schnurr⸗ bart und Zwickelbart hingen ſich ganze Reihen von Eiszapfen. Wenn Jemand unvorſichtiger Weiſe die Zunge herausſtreckte, ſo fror ſie unfehlbar an dieſer Eiskruſte feſt, und es gehörte ein raſcher Ruck und einige Nachhülfe mit der Hand hinzu, ſie wieder los⸗
zumachen. Sprechen durfte man nicht viel, denn es
geſchah ſehr leicht, daß mittelſt des Bartes das Kinn an die obere Kinnlade anfror. Selbſt öfteres Augen⸗
blinken war bedenklich, denn oft genug geſchah es, daß ſelbſt die Augen durch den erſtarrenden Froſt zugeklebt
wurden.
Bei raſcher, lebhafter Bewegung, und wenn man nicht gegen den Wind ging, gewöhnte ſich der Körper an die Kälte, und gerieth bei nicht ungewöhnlicher niedriger Temperatur wohl gar in Schweiß. Aber ſo⸗ bald man gegen den Wind marſchiren mußte, trat ſtets eine ploͤtzliche Veränderung ein. Mit eiſigem Athem verwehte der Wind jede Spur wohlthuender Wärme; durchdringend kroch die Kälte am Rücken hin⸗ unter und in alle Taſchen und Ritzen hinein. Ein Taſchenmeſſer, das bis dahin vielleicht unangenehm warm, in der Hoſentaſche ſteckte, ward nun auf einmal kalt wie Eis, und verurſachte gleichwohl eine Empfin⸗ dung heiß wie Feuer. Wer eine Flinte trug, fühlte allmählig, daß die metallenen Theile derſelben mit einer Empfindung wie von heißem Waſſer durch doppelte, dicke, wollene Handſchuhe hindurchdrangen, und wenn er die Finger nicht erfrieren wollte, ſo mußte er eilen, nach dem Schiffe zurück zu kommen.


