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Hoch im Norden : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Siebentes Kapitel.

Winter-Leiden und Freuden.

Die zweite Hälfte des Oktober war nun allmählig herangekommen, und mit ihr nahte ſich mit heimtückiſcher Sicherheit die lange halbjährige Winternacht. Anfangs November tauchte die Sonne nicht mehr über den Hori⸗ zont auf, ſondern ſchien daran kleben zu bleiben. Die Tageshelle war jedoch manchmal von eigenthümlicher Schönheit. Zuweilen lagerte ſich auf Alles ein roſiger Hauch, am blaſſeſten im Zenith, allmählig aber von Roth in Violet, und von Violet in ſchimmernden Pur⸗ pur übergehend, welcher den ganzen Horizont einfaßte.

Wenn der Mond aufging, ſah er zuerſt aus, wie ein ungeheures Freudenfeuer, und dann hoͤher ſteigend, verſilberte er die glänzenden Eismaſſen, und verbreitete einen milden lieblichen Glanz weit über die Schnee⸗ flächen hinweg. Die Sterne funkelten und flimmerten nicht mehr, ſondern leuchteten in unbeweglichem Glanze, als wären Löcher durch das tiefblaue Himmels⸗Gewölbe gebohrt.

Immer näher kam die Winternacht. Ende Novem⸗ ber zeigte die Sonne ihr Daſein nur durch einen rothen Wolkenſtreifen, und der Tag beſtand nur in wenigen Stunden trüber Dämmerung, bei welcher man ſelbſt um Mittag, wo es am hellſten war, nur mit Anſtren⸗ gung etwas Gedrucktes leſen konnte. 3

Obgleich man die Wohnung für den Winter mit großer Sorgfalt eingerichtet hatte, drang dennoch die