Druckschrift 
Captal / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

13

5

Der Raum, in welchem Rollet eingeſchloſſen war, bildete ein hohes, ſchmales Gewölbe, welcher in früheren Zeiten unfehlbar zu einem Keller benutzt worden ſein mußte. Der Thür gegenüber, etwa zwölf Fuß über dem Boden, befand ſich ein kleines viereckiges, von außen mit ſtarken, eiſernen Stäben vergittertes Fenſter, welches zum Luftloche gedient haben mogte. Jetzt war es verſchloſſen, und über⸗ dieß ſchien es zu klein, als daß Rollet hätte hin⸗ durchſchlüpfen können, ſelbſt wenn außen die eiſer⸗ nen Stäbe nicht geweſen wären. Dennoch beſchloß der Zigeuner einen Verſuch zu machen, es zur Flucht zu benutzen, und ſah ſich im Gewölbe nach einem Werkzeuge um, mit deſſen Hilfe er die Höhe des Fenſterchens würde erklimmen können. Aber bei dem ſchwachen Schimmer, welcher in das düſtere Gefängniß hinab fiel, vermogte er nichts zu ent⸗ decken. Er tappte mit den Händen an den feuchten Wänden umher. Ueberall berührten ſeine Finger das moderige, ſchmutzige Geſtein, aber nirgends fand er eine Stange, eine wiſt einen Stuhl, ei⸗ nen Tiſch, der ihm zu ſeinem Zwecke verholfen hätte. Das Gewölbe war leer, ganz leer, und enthielt gar nichts, als die dumpfige, drückende, ſeit Jahren viel⸗ leicht ſchon eingeſchloſſene Luft, welche Rollet nur mit