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Dienst um Dienst : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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das Blut deiner Krieger. Wenn du die Rache oder die Verachtung deiner Landsleute fürchteſt, ſo komme zu uns. Wir werden den tapferen Feind, der als Freund uns nahet, mit offenen Armen und allen Ehren empfan⸗ gen. Aber zögere nicht, denn binnen wenigen Tagen ſchon wird das Schickſal von Conſtantine in Erfuͤllung gehen.

Der Araber machte eine abwehrende Handbewegung und ſchüttelte leiſe ſein Haupt.

Es kann nicht ſein! entgegnete er feſt und ernſt.

Unſere Ehre gebietet, auszuharren, und wenn der Tod

uns beſchieden iſt, ſo werden wir als Krieger zu ſter⸗ ben wiſſen. Kein Wort weiter von dieſer Angelegen⸗ heit! Mein Ohr iſt verſchloſſen.

Dann iſt mein Auftrag erledigt und mein Ge⸗ ſchäft zu Ende, erwiederte Francois betrübt.»Aber glaube mir, Ben⸗Aiſſa, es ſchmerzt mich, ohne Hoff⸗ nung von dir ſcheiden zu müſſen.

So empfindeſt du alſo Trauer ſelbſt über den Untergang eines Feindes? fragte der Araber in etwas bewegtem Tone.

Ja, wenn dieſer Feind hochherzig, tapfer und edel iſt,« entgegnete François.Doch genug! Geſtatteſt du mir unbehinderte Rückkehr in unſer Lager?

Würde es edel und hochherzig ſein, wenn ich dich zurückhalten wollte 2« lautete die Antwort des Arabers. Wozu dieſe Frage? Dein Weg iſt offen, aber ich wünſche, du mögeſt noch einige Zeit bei mir ver⸗ weilen.

Ein Hoffnungsſtrahl durchzuckte Frangois bei die⸗ ſen Worten. Sollte ſein Gegner ſich eines Beſſeren beſonnen haben? Sein Blick heftete ſich erwartungsvoll