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Dienst um Dienst : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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leiſtet, zwei Jahre hindurch die Waffen nicht gegen Frankreich zu führen. Dieß iſt die Botſchaft, deren

Mittheilung mir aufgetragen wurde. Ich habe ge⸗

ſprochen.«

Du haſt geſprochen, erwiederte der Araber.Ver⸗ nimm nun, was ich auf den Antrag deines Feldherrn zu erwiedern habe. Eher wird das Gewölbe des Him⸗ mels über uns zuſammen ſtürzen, ehe wir uns ohne Kampf Euren Bedingungen unterwerfen. Wir ſind entſchloſſen, zu ſiegen, oder uns unter den Trümmern unſerer Wälle zu begraben. Der arabiſche Krieger fürchtet die Schande mehr, als den Tod, und Keiner von uns würde ſein Antlitz wieder erheben dürfen, wenn er ſchimpflich von ſeinem Poſten gewichen wäre. Dieß iſt mein letztes Wort, und du hoffe nicht, durch irgend eine Drohung oder Lockung meine Standhaftig⸗ keit erſchüttern zu wollen. Sage deinem Feldherrn, er könne uns beſiegen, wenn dieß der Wille Allahs' ſei, aber nie werde es ihm gelingen, Schmach und Schande über unſere Häupter zu bringen.

Frangois beklagte in ſeinem Herzen die Hartnäckig⸗ keit des Arabers; aber er konnte der Tapferkeit deſſel⸗ ben ſeine Achtung nicht verſagen, und beſchloß, noch einen Verſuch zu machen, den drohenden Untergang von ihm abzuwenden.

Ben⸗Aiſſa, ſprach er mit bewegter Stimme warum dieſen Trotz, der unfehlbar dein Verderben nach ſich ziehen muß? Ich ſchwöre dir bei meiner Ehre, daß die Feſtung unſerem Angriffe erliegen muß. Dein Schickſal, dein unbeugſamer Muth flößt mir Theilnahme ein. Ich meine es redlich mit dir. So

folge denn meinem Rathe, und ſchone dein Blut und