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Dienst um Dienst : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Frangois war darauf gefaßt, irgend einem leiden⸗ ſchaftlichen Ausbruche der Ueberraſchung von Seiten des Arabers bei dieſer Eröffnung begegnen zu müſſen, aber wider alles Erwarten behauptete der junge Krie⸗ ger vollkommen ſeine ſtolze Ruhe und Selbſtbeherrſchung, und kein Zeichen, nicht das Zucken der Wimper, nicht Blick oder Miene, verrieth ſeine Gedanken.

Ich wußte dieß von dem Augenblicke an, wo du eintrateſt, entgegnete er nach einer kurzen Pauſe ſehr gelaſſen.Welche Botſchaft haſt du mir von dem franzöſiſchen Heerführer mitzutheilen? Sprich ohne Furcht, wir ſind allein.

So höͤre,« ſagte Frangois.Der franzöſiſche Feld⸗ herr, um unnützes Blutvergießen zu vermeiden, fordert dich auf, du mögeſt ihm ohne Kampf die Thore der Stadt öffnen und die Feſtung an ihn übergeben. Du wirſt einſehen, ſo ſpricht er zu dir, dem Befehls⸗ haber von Conſtantine, daß jeder Widerſtand nutz⸗ los iſt. Unſer Heer iſt zahlreich und tapfer, die Mün⸗ dungen unſerer Geſchütze ſind auf Eure Wälle und Thore gerichtet, um ſie niederzuſchmettern, und Euer Untergang iſt gewiß, wenn Ihr Euch mit den Waffen in der Hand uns entgegenſtellt. Dagegen ſo ſpricht mein Feldherr wenn Ihr der Stimme der Vernunft Ge⸗ hör gebt, und in meine Forderung willigt, ſo ſollt Ihr die beſten Bedingungen empfangen, welche ein tapferer Feind dem Gegner zugeſtehen kann, nämlich freien Ab⸗ zug mit allen kriegeriſchen Ehren in Wehr und Waffen und mit allem Eigenthume, das Ihr fortbringen könnt. Selbſt als Kriegsgefangene ſollt Ihr Euch nicht erge⸗ ben müſſen, ſondern unbehindert in das Innere des Landes gehen können, wenn Ihr nur das Verſprechen