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ergreifen konnte. Francois erblickte ein edles, ſtolzes Geſicht mit funkelnden, ſchwarzen Augen und dichtem, ſchwarzen Barte, welcher, wohl gepflegt, den unteren Theil des ſchönen, aber bleichen Antlitzes beſchattete. Die Augen des Arabers ruhten durchdringend auf François. Plötzlich glänzte blitzähnlich ein Anflug des Erſtaunens und der Verwunderung auf ſeinen Zü⸗ gen. Aber es war nur ein Moment, und ſo ſchnell nahm das edle Geſicht des Orientalen den gewöhnlichen Ausdruck unerſchütterlicher, eiſerner Ruhe wieder an, daß Francois zweifelhaft wurde, ob er auch recht ge⸗ ſehen habe, als er das wechſelnde Spiel der Züge be⸗ merkt zu haben glaubte. Er machte nach der Weiſe des Morgenlandes ſeine Verbeugung, und erwartete die Anrede des Arabers. Aber dieſer ſchwieg noch eine lange Minute hindurch, und hüllte ſich in eine ſo dichte Wolke von Tabaksdampf, daß François kaum noch die Umriſſe ſeiner Geſtalt zu erkennen vermochte.
„Wer biſt du?« fragte endlich eine kräftige, wohl⸗ lautende Stimme aus der Wolke heraus.
„Ehe ich dir offen dieſe Frage beantworte,« ent⸗ gegnete Francois,„muß ich wiſſen, wem ich gegenüber ſtehe. Meine Botſchaft gilt allein dem Befehlshaber dieſer Feſtung. Biſt du Ben⸗Aiſſa, der Lieutenant des Bey Ahmed?«
»Ich bin hier an des Bey Ahmed Statt! So ſprich nun!« erwiederte der Krieger einfach und mit ruhiger Würde.
„Wohlan,“ ſagte Francois, ſo wiſſe zuerſt, daß ich nicht ein Abgeſandter des Wüſten⸗Emir⸗Abd⸗el⸗Kader, ſondern ein Bote des Generals Damremont bin, deſſen Truppen vor dem Thor der Feſtung lagern.“


