duldete nicht, daß er ſich entfernte, bis endlich der Mor⸗ gen dämmerte und die Wachen abgelöst wurden. Unter dem Vorwande, perſönlich einen der äußerſten Poſten zu übernehmen, verließ der junge Araber das Lager und gab Francois einen Wink, ihn zu begleiten. Sie ritten davon, und Niemand ahnte, was ſie beabſichtig⸗ ten. Auf dem erwählten Poſten angekommen, welcher dem Heere der Franzoſen am nächſten lag, war es nicht mehr ſchwierig zu entrinnen. Abdul und Frangois nahmen Abſchied von einander. Sie ſchüttelten ſich die Hände, verſprachen einander treue Freundſchaft, und Frangois flog auf ſeinem vogelſchnellen Roſſe dem fran⸗ zöſiſchen Lager zu. Niemand als Abdul bemerkte ſeine Entfernung, alſo ſiel es auch Niemanden ein, ihn zu verfolgen. Unaufgehalten traf er bei ſeinen Lands⸗ leuten ein, gab ſich den Vorpoſten, durch Zuruf als Franzoſen zu erkennen, und zog, als man ihn paſſiren ließ, Erkundigungen nach ſeinem Vater ein. Da er die Nummer vom Regimente deſſelben kannte, erhielt er endlich Auskunft und zugleich die Nachricht, daß Oberſt Dumourier am Leben und gerade im Begriff ſei, mit ſeinen Bataillonen die Kasbah zu beſetzen. Er folgte der ihm angedeuteten Richtung, und ſein gutes Glück wollte, daß er den Vater noch auf dem Marſche erreichte.
So wurden die Getrennten wieder vereinigt, und alle erduldeten Bängniſſe, Leiden und Schmerzen waren vergeſſen, wie ein böſer Traum, der von dem glänzen⸗ den Lichte der aufſteigenden Sonne verſcheucht wird.
„Gott war mit uns und hat uns wunderbar be⸗ ſchützt!« ſprach der Oberſt mit inniger Rührung, als er Francois nach dieſen Mittheilungen zärtlich an ſeine


