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noch am andern Morgen das Geſchützfeuer von Neuem eröffnet wurde, wehete ſchon die weiße Fahne am Schloſſe des Dey, und verkuͤndete die Nachricht von ſeiner Unterwerfung. Schon in aller Frühe des fünf⸗ ten Juli hatte er kapitulirt, und am nämlichen Tage noch rückten die Franzoſen in Algier ein, und beſetzten ſämmtliche Forts und Batterien. Auch das Regiment des Oberſten erhielt Befehl, ſich in Bewegung zu ſetzen, und in die(Kasbah) das feſte Schloß des Dey, wel⸗ ches die ganze Stadt beherrſchte, einzumarſchiren. Mit klingendem Spiele und flatternder Fahne ging es vorwärts. Siegesfreude ſchwellte die Bruſt des Oberſten, als er die Straßen wieder betrat, die er erſt geſtern als Flüchtling verlaſſen, aber die Freude wurde gedämpft durch die Erinnerung an Frangois, und mit beklommenem Herzen fragte er ſich ſelbſt: Werde ich ihn jemals wieder ſehen, und den Verlorenen in meine Arme ſchließen?...
Da plötzlich flog, wie ein Blitzſtrahl, auf glänzend weißem Roſſe ein junger arabiſcher Krieger an der langen Linie des Regimentes entlang, welches ſich wie eine rieſige Schlange durch die engen Straßen der Stadt nach der Kasbah des Dey vorwärts bewegte. Hundert Augen blickten erſtaunt auf den verwegenen Reiter, wie er mit bewunderungswürdiger Gewandtheit durch das Gedränge ſich Bahn brach, bis er an der Spitze des Regimentes angelangt war. Hier hielt er ſein Pferd an, ſprang leicht aus dem Sattel, und hing im nächſten Augenblicke mit dem Ausrufe:„Mein Vater! Oh mein theurer, lieber Vater!“ an dem Halſe des Oberſten.
Befremdet ſtarrte der Oberſt den Jüngling an. Im


