Druckschrift 
Dienst um Dienst : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

91 »Wir müſſen es hoffen, mein lieber Oberſt, ſagte

General Bourmont tröſtend.»Jedenfalls, wenn wir

hier fertig ſind, wollen wir Nachforſchungen anſtellen. Wir werden mit den Stämmen der Wüſte in Verbin⸗ dung treten, und ich zweifle nicht, daß wir unſere Ge⸗ fangenen ausfindig machen und befreien. Jetzt noch eine Frage: Glauben Sie mit Hülfe Ihres Regimen⸗ tes die Batterie bis morgen halten zu koͤnnen?

Ohne allen Zweifel, entgegnete der Oberſt raſch. »Nicht nur bis morgen, ſondern ſo lange es überhaupt nothwendig iſt.

»Gut, ſo halten Sie ſich bereit, mit Tagesanbruch das Bombardement wieder zu eröffnen. Vielleicht iſt noch ein letzter Angriff nöthig, um den Starrſinn des Dey zu brechen, aber er wird ſehen, daß wir die Kraft dazu haben. Auf Wiederſehen, Oberſt! Mein Adjutant wird Sie zu Ihrem Regimente bringen..

Der Oberſt empfahl ſich, denn er ſah wohl, daß

General Bourmont alle Hände voll zu thun hatte. Ein Adjutant brachte ihn zu der Stelle, wo ſein Regiment aufmarſchirt war, und mit lauten Zurufen wurde er von den Soldaten empfangen. Nach einer kurzen An⸗ ſprache, in welcher er ſeine Freude über die glückliche Wiedervereinigung ausdrückte, ſtellte er ſich an die Spitze ſeiner Leute und führte ſie zu der Schanze, wo ſie über Nacht kampiren ſollten. Einige Wachen wurden ausgeſtellt, um gegen einen etwa verſuchten Ueberfall geſichert zu ſein. Die Kanoniere lagerten ſich neben ihren Geſchützen, und der Oberſt ſelber ſetzte ſich auf eine Laffette, um jeden Augenblick zur Abwehr eines verwegenen Handſtreichs bereit zu ſein.

Die Nacht verlief indeß vollkommen ruhig, und ehe

8

8