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Dienst um Dienst : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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unerwartetes Ereigniß ſeine Hoffnungen in unbeſtimmte Ferne hinausſchob.

Wenige Tage vor Einſchiffung der Truppen näm⸗ lich ſcheute ſein junges muthiges Pferd, und that einen ſo unglücklichen Seitenſprung, daß es ſtürzte und dem Oberſten eine ſchwere Verletzung zufügte, indem es ihm den unter ſeinen Flanken liegenden Schenkel zerquetſchte. Das Pferd richtete ſich zwar wieder auf und blieb zit⸗ ternd ſtehen; der Oberſt aber mußte in ſein Quartier getragen und der Obhut eines Arztes übergeben werden.

Eine Unterſuchung zeigte, daß das Bein zwar nicht zerbrochen, aber doch ſehr bedeutend verletzt war. Der Doktor zuckte die Achſeln.

»Nun, wie ſtets, mein Freund,« ſagte der Oberſt voller Ungeduld.»Hoffentlich wird in zwei, drei Ta⸗ gen Alles vorüber ſein?«

»Ich bezweifle, Oberſt,« lautete die Antwort.Vier⸗ zehn Tage werden Sie wenigſtens aushalten müſſen. Die Quetſchung iſt ein wenig arg.«

Der Oberſt konnte ſich nicht enthalten, einen zor⸗ nigen Ausruf hören zu laſſen.Das verwünſchte Pferd!« rief er.Aber Sie übertreiben, Doktor! Hö⸗ ren Sie mich an: Am 25. Mai ſoll unſere Flotte aus⸗ laufen, heute haben wir den 19., und Sie müſſen mich in den ſechs Tagen ſo weit herſtellen, daß ich mich mit meinem Regimente einſchiffen kann.

»Wir wollen ſehen, was ſich thun läßt,« entgeg⸗ niete der Arzt.»Vorderhand muß ich aber darauf be⸗ ſtehen, daß Sie ſich vollkommen ruhig verhalten und ſich von Ihrem Sohne pflegen laſſen. Alles Uebrige wird ſich dann finden.«.

Es blieb dem Oberſten nichts weiter übrig, als ſich