5
einer Beſchäftigung ſehnt, die ihm Ruhm und Ehre verheißt. Ich müßte ſehr blind ſein, Vater, wenn ich das nicht errathen hätte.“
„Nun denn, ja du haſt vielleicht richtig gerathen,“ entgegnete der Oberſt.„Aber was nützt es, davon zu reden. Es iſt unmöglich! Man muß es ſich aus dem Sinne ſchlagen und vergeſſen.“
„Warum das, Vater? General Bourmont iſt ein alter Kamerad und Freund von dir! Er wird ſich freuen, wenn du ihm deinen Arm anbieteſt. Oberſt Dumourier wird bei dergleichen Veranlaſſungen ſtets willkommen ſein, denk' ich! Alſo warum zögern, Vater?
Der Oberſt betrachtete den Knaben mit zärtlichen Blicken. Der Stolz, welcher ſich in ſeinen Worten ausſprach, gefiel dem alten Soldaten, aber dennoch bil⸗ dete ſich ſchnell wieder eine tiefe Furche zwiſchen ſeinen buſchigen Augenbraunen.
„Du verſtehſt das nicht, Burſche!“ entgegnete er barſch.„General Bourmont freilich, auf ihn könnte ich zählen. Aber was ſollte aus dir werden? Ich kann dich nicht allein dir ſelbſt überlaſſen. Ja, wenn deine arme Mutter noch lebte! Aber ſo.. unmöglich.«
„Gewiß, Vater unmöglich. Ganz unmöglich!l“
„Nun alſo? Warum denn noch ſprechen? Es geht nicht! Genug!“
Mit einem Seufzer des Bedauerns zuckte der Oberſt die Achſeln, und wendete ſich ab. Frangois aber er⸗ griff ſchmeichelnd ſeine Hand. 9
„Ei, Vater, es geht!“ ſagte er.„Warum ſollte es nicht gehen, frage ich? Bin ich nicht groß und ſtark genug? Frage unſeren Fechtmeiſter, und er wird dir


