Druckschrift 
Keine Rückkehr : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

geſtrömt war? Irgend einen Ausweg mußte es doch nothwendig gefunden haben!

Uly ſchaute mit ſcharfem Blicke, und entdeckte auf dem Grunde der Schlucht eine Oeffnung, die wie eine Hoͤhle in das Innere der einen Eiswand zu fuͤhren ſchien. Die Vermuthung lag nahe, daß durch dieſe Höhle der Abfluß des Waſſers ſtatt gefunden haben müſſe. Wo es in ſo gewaltigen Maſſen hatte durch⸗ brechen können, da konnte am Ende auch ein Menſch durchkommen!

Uly's Blut ſiedete, ſein Gehirn brannte, ſein Herz pochte hörbar. Vielleicht lag da, auf dem Grunde der Schlucht, dicht vor ihm, der Weg zu ſeiner Befreiung!

Aber wie hinab gelangen in die Tiefe?

Uly dachte an die Häute der von ihm erlegten Thiere. Wenn er ſie in Streifen ſchnitt und zuſammenknüpfte, ſo mußte er ein feſtes Seil von mindeſtens dreißig Ellen Länge bekommen, und ſo lang brauchte er es nuht einmal. Mit fieberhafter Eile kehrte er in ſeine rotte zurück, und begann auf der Stelle ohne allen erzug die Felle in Streifen zu ſchneiden. Die Arbeit gſing ihm raſch von der Hand, denn ſein Meſſer war ſocharf und ſein Eifer groß. Binnen einer Stunde hatte ent ſein Seil fertig, und fand es ſtark genug, die dop⸗ pelte Laſt ſeines Koͤrpers zu tragen. Die Knoten in mſelben gewährten ihm beim Hinabrutſchen einen pyeren Halt. Er trug es hinauf an die Oeffnung der peiten Schlucht, und maß hier an Ort und Stelle die nge deſſelben. Es reichte bequem zwei Mal bis auf An Grund der Schlucht.

Nun hatte er leichtes Spiel. Mit ſeinem Beile hieb e ein tiefes Loch in das Eis, und befeſtigte darin ſeinen