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fürchten, außer etwa eine Krankheit und die Langeweile
ſeiner traurigen Gefangenſchaft. Erſtere hoffte er indeß
durch Mäßigkeit und Vorſicht abzuhalten, und die Letztere dadurch zu vertreiben, daß er das Sprengen ſeines ſchon 4 ziemlich weit gediehenen Tunnels wieder aufnahm. Zwar konnte er mit der außerſten Zuverſicht darauf rechnen, 4 daß ihm ſofort Hülfe von den Nachbarn zu Theil wer⸗ 4 den würde, ſobald nur erſt die Erſteigung des Gebirger wieder möglich geworden war,— vorausgeſetzt nämlich, daß die Nachbarn eine Kunde über ihn erlangt hatten. Aber wußte denn Uly ganz gewiß, daß Sprüngli in's Matterthal gelangt war? Er durfte dies hoffen und glauben, aber wiſſen konnte er es nicht, und in Folge deſſen ſagten ihm Klugheit und Vorſicht, daß er wohl thun würde, wenn er nicht allein auf andere Leute, ſondern auch ein wenig auf die eigene Thatkraft ver⸗
traute und baute.
Alſo nahm Uly ſeine Arbeit von Neuem auf, und ſetzte ſie unermüdlich Woche nach Woche fort. Sein Leben war natürlich im höchſten Grade einförmig, und bot faſt keinen anderen Wechſel dar, als das Losbrechen der Eisſtücken, das Wegſchaffen derſelben, das Eſſen und Schlafen. Zum Gluͤck fuͤr Uly war es, obgleich weder Sonne, noch Mond und Sterne in ſeine tiefe Schlucht ſtrahlten, doch nicht ganz finſter in derſelben. Durch die Schneedecke und das Gletſchereis ſchimmerte immer eine allerdings nur ſchwache Tages⸗Dämmerung, die ihm aber hinlängliches Licht zur Arbeit gab, und ihn außerdem den Wechſel von Tag und Nacht erken⸗ nen ließ.
Fort und fort handhabte Uly ſeine Art, und weiter


