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Flocken flogen ſo dicht, daß ſie ſich ſchon zu großen Maſſen in der Schlucht anhäuften.
Der Morgen dämmerte matt herauf, und fortwäh⸗ rend rieſelte lautlos der weiße, glänzende Schnee vom grauen Himmel nieder. So war es noch am Mittag, — ſo war es noch, als es wieder dunkel wurde, und die Nacht kam.
Jetzt ſchwand Uly's letzte Hoffnung dahin. Auf die Hülfe Hans Sprüngli's, auf die Rettung durch die Nachbarn durfte er vor Ablauf des Winters nicht mehr rechnen. Sein Herz war betruͤbt, Thränen, heiß und
bitter, floſſen aus ſeinen Augen und rollten über ſeine 8 Wangen,— dann aber faßte er ſich, und mit einer kräftigen Anſtrengung ſchwang er ſich empor über ſeinen Schmerz, und fluͤchtete ſich zu den Stufen des Thrones Gottes.
„Du willſt es ſo, Herr und Vater,“ ſagte er.„Ich ergebe mich, und will noch weiter ausharren in Demuth und Geduld.»Wenn es auch jetzt noch zu früh iſt, einſt wird doch die Stunde ſchlagen, die mich in die Arme der Meinigen zurückführt, und um ſo größer wird alsdann mein und ihr Glück, ihre und meine Freude ſein. Dein Wille geſchehe, Herr! Amen.“
So betete der fromme Mann, und mit dem Gebete fand er auch wieder, was er am meiſten bedurfte in einer traurigen Lage: Ruhe, Geduld und neue Hoff⸗ nung. Im Gefühl, daß er trotz ſeiner Vereinſamung dooch nicht allein, daß um ihn und bei ihm ein gütiger 3 Vater und mächtiger Beſchützer ſei, ſuchte er ſein Lager auf, und fand faſt augenblicklich tiefen, erquickenden Schlaf. Die Furcht vor dem Uebel hatte ihn geſtern nicht ſchlummern laſſen,— jetzt, wo das Uebel da


