vorwärts, und als man den jenſeitigen Rand deſſelben erreichte, war es bereits ſo dunkel geworden, daß man die Fährte nicht mehr zu erkennen vermochte, und noth⸗ gedrungen Halt machen mußte. Doch geſchah dies in der Hoffnung und feſten Zuverſicht, am anderen Morgen die Nachforſchungen mit erneuertem Eifer wieder auf⸗ zunehmen. Eine geſchützte Stelle zum Uebernachten war bald gefunden, und da Jeder wenigſtens eine warme wollene Decke mitgenommen hatte, ſo konnte man einer leidlichen Nachtruhe entgegen ſehen. Bevor man ſich jedoch zur Ruhe begab, wurden noch neun oder zehn Flintenſchüſſe abgefeuert, und zwar in regelmäßigen Zwiſchenräumen, ſo daß Uly, wenn er den Knall der Gewehre vernahm, ſicher ſein konnte, daß Hülfe nahe ſei. Nach dem Abfeuern lauſchte jedes Ohr, ob viel⸗ leicht eine Antwort vernehmbar würde. Aber nichts unterbrach die tiefe Stille der eiſigen Gletſcherwelt, und Toni ſeufzte aus bangem Herzen tief auf.
„Kein Lebenszeichen!“ murmelte er traurig vor ſich hin.„Ach, ich fürchte, wir kommen zu ſpät.“
Die Nachbarn ſchienen ſeine Anſicht zu theilen, we⸗ nigſtens wußte ihm Niemand ein Wort des Troſtes zu ſagen; Alle wickelten ſich ſchweigſam in ihre Decken, wuͤnſchten einander gute Nacht, und legten ſich nieder, indem ſie ihre Jagdtaſchen als Kopfkiſſen benutzten.
Die Nacht verging ruhig und ohne Störung, am anderen Morgen aber wurden die Nachbarn durch einen lauten Schreckensruf Toni's ihrem Schlummer entriſſen. Toni, den überhaupt Angſt und Beſorgniß um den Vater wenig hatten ſchlafen laſſen, war bei der erſten Morgen⸗Dämmerung erwacht, und hatte die betrüben


