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häufig nicht nur Tage, ſondern ſogar Wochen lang der Fährte ihres Wildes folgen mußten, ehe ſie zu einem ſicheren Schuſſe gelangten, und ſie durfte daher wohl annehmen, daß Uly in einer ähnlichen hartnäckigen Ver⸗ folgung begriffen ſei. Als aber auch der fünfte Tag ohne Nachricht von Uly verſtrich, vermochte ſie ihre tödtliche Angſt und Unruhe nicht länger zu beherrſchen. Sie hatte ihrem Manne nur auf zwei, hoͤchſtens drei Tage Lebensmittel mitgegeben, oben in der eiſigen, er⸗ ſtarrten Gletſcher⸗Welt konnte er nichts finden, ſeinen Hunger zu ſtillen, und alſo— ſchloß ſie— mußte er entweder ſchon verunglückt ſein, oder unfehlbar eine Beute des Hungertodes werden. Ihre bis daher er⸗ zwungene Faſſung löste ſich jetzt in einen Strom bitterer Thränen auf. Weinend und ſchluchzend rang ſie die Hände, und bejammerte mit wilden Klagetönen den Tod ihres Beſchützers und Ernährers.
Toni, ihr Sohn, ſuchte Alles hervor, um ſie zu tröſten, und ihr Hoffnung und Muth einzuflößen.
„Weine doch nicht ſo ſehr, Mutter,“ ſagte er.„Du kennſt ja den Vater, du weißt, daß er die Gefahren der Alpen geſchickt zu vermeiden verſteht. Wie oft er auch ſchon von uns fortgezogen und Tage lang ausgeblieben iſt, immer iſt er friſch und geſund wieder heimgekehrt, und ſo wird es auch diesmal der Fall ſein. Wer weiß, er hat vielleicht ein Unterkommen in der Hütte eines Bekannten aufgeſucht, die ſeinem Jagd⸗Reviere näher liegt, als die unſrige. Vielleicht iſt er auch mit noch anderen Schützen zuſammengetroffen, und ſetzt mit ihnen gemeinſchaftlich die Jagd fort. Darum faſſe friſchen
Muth und verliere das Vertrauen auf Gottes Hülfe
nicht. Der Vater iſt ein tuͤchtiger Alpenjäger, und er


