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ſtieg er von den hohen Gletſcherfeldern zu ſeiner kleinen Hütte hernieder, ohne eine Jagdbeute, eine Gemſe oder einen Steinbock, auf den breiten, ſtarken Schultern mit heimzubringen. Was er nicht ſelbſt davon bedurfte, verkaufte er an den Wirth im Gaſthauſe des nächſten Dorfes, der ihm ſtets⸗einen guten Preis für das ſchmack⸗ hafte Wildpret bezahlte. 3.
Uly hätte eigentlich dieſe Neben⸗Verdienſte für ſeine und ſeiner Familie Bedürfniſſe nicht nöthig gehabt, denn ſeine Ziegen⸗Heerde warf genug Gewinn ab zur Beſtrei⸗ tung und Erhaltung ſeiner kleinen Wirthſchaft; aber einmal liebte er den Verkehr mit den Fremden und die Jagd auf den hohen Bergen und Gletſchern an und fuͤr ſich, und dann verfolgte er auch noch einen beſtimmten Zweck bei dem Erwerb jener kleinen Geldſummen, welche er gewiſſenhaft ſparte und aufbewahrte. Im Matterthale gab es nämlich keine Schule, und überhaupt konnte kein Einziger von ſeinen Bewohnern leſen und ſchreiben. Die Kinder wuchſen daher in Unwiſſenheit auf, und Uly's Toni machte dabei keine Ausnahme. Dies be⸗ kümmerte Uly, welcher durch den Verkehr mit Reiſenden nützliche Kenntniſſe ſchätzen gelernt hatte, und um ſeines Toni willen ſammelte und ſparte er, damit er Mittel in die Hand bekomme, ihn auf ein Jahr oder zwei zu dem Herrn Pfarrer im nächſten Dorfe zu thun, und von demſelben ſeinen Sohn unterrichten zu laſſen. Die⸗ ſes Ziel war nahezu erreicht, und Uly ließ hievon ſchon dann und wann eine Aeußerung fallen, welche auf eine bald bevorſtehende Trennung deutete;— Andeutungen, die Toni mit Freuden vernahm, weil er ſelber den Trieb und Drang in ſich verſpürte, Kenntniſſe zu erlangen.
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