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Ritter und Bauer : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Abermals mußten die Bündiſchen, um ein Ende zu machen, ihre Kanonen vorfahren. Sie richteten ſie durch die zerſchoſſene Mauer hinein an die innere Mauer und legten ſie zum Theil in Trümmer. Die Landsknechte drinnen konnten es nicht verhindern, denn ſie hatten ihr Pulver bis auf das letzte Korn verſchoſſen.

Jetzt nun ſchritten die Bündiſchen zum dritten Mal zum Sturme, mit aller Macht und allem Zorn über das zweimalige Mißlingen. Nach ſchwerem Kampfe drang endlich die Uebermacht in das Innere des Schloſ⸗ ſes und warf die ſchwarzen Helden in die letzten Ruinen zurück. Ein Kampf auf Tod und Leben war es. Nie⸗ mand gab, Niemand verlangte Gnade. In wildem, ſchrecklichem Getümmel und Grimme des Todeskampfes kreuzten ſich Schwerter, Hellebarden und Lanzen, und immer enger ward der Schauplatz des Schlachtens, immer ſchlüpfriger vom rinnenden Blute wurden die ſteinernen Flieſen des Bodens. Ueber die Hälfte der ſchwarzen Schaar ſank dahin. Bei fünfzig Mann zogen ſich in den tiefen Schloßkeller zuruck, und wehrten ſich auch dort noch mit der Wuth der Verzweiflung. Die Feinde konnten ihnen nicht beikommen; da warfen ſie brennendes Stroh in den Keller und Pulverfäßchen hin⸗ terdrein, ſo daß Alle elendiglich ſterben mußten. Florian ſah es mit Trauer, aber ganz ungebeugten Muthes.

Noch ſtand er hoch und gewaltig da, der ritterliche Mann, und ſein langes Schwert räumte furchtbar auf unter den Stürmenden. Junker Egbert focht, wie immer, an ſeiner Seite. Noch etwa zweihundert der tapferſten und ſtärkſten Männer hielten dem ſchrecklichen Andrange der Bündiſchen Stand. Alle Uebrigen lagen todt oder tödtlich verwundet.