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Ritter und Bauer : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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A△ begnügen, wieder das ſchwere Geſchütz ſpielen zu laſſen, um die gemachte Breſche noch zu vergrößern.

Die im Schloſſe waren aber auch nicht müßig. Ein Theil von ihnen erwiederte das Geſchützfeuer mit ihren langen Hakenbüchſen, Andere trugen Steine herbei, um Schäden auszubeſſern und um Bruſtwehren zu erbauen.

Die Hakenbüchſen räumten ſcharf auf unter den Bündiſchen, ſo daß ſie nothgedrungen zu einem zweiten Sturme ſich entſchließen mußten, um nicht allzu viele Mannſchaft zu verlieren. Wiederum rennten ſie in hellen Haufen an, und viele Grafen und Herren, Edle und ÜUnedle kamen zu der Breſche herein und freuten ſich, die größte Noth überſchritten zu haben. Kein Schuß von Innen heraus fiel mehr; die Belagerten hatten faſt ihr ganzes Pulver verſchoſſen, und mit Jubel drangen die Herren vor.

Aber da fing der Kampf und die Wuth erſt recht an. Inwendig vor ihnen, zwiſchen der eingeſchloſſenen Mauer und dem Hof des Schloſſes, in welchem die tapferen Landsknechte ſtanden, ragte noch eine Mauer etwa auf Spießes Länge empor, durch welche man nur mittelſt eines Fenſters und einer ſchmalen, engen Thür gelangen konnte. Von hier aus, durch Fenſter und Thuͤr und von oben herab wehrten ſich die tapferen Landsknechte mit Werfen, Stechen und gut gezielten

Schüſſen aus ihren Handrohren. Da mußten die Bün⸗ diſchen wieder zurück, wenn ſie nicht Alle wollten den

Tod finden. Ihrer Viele lagen bereits erſchlagen auf dem Trümmerhaufen, und nur weniße Knechte wollten nicht weichen und nachlaſſen, ſondern krallten ſich wie

Katzen an der Mauer feſt, bis die Landsknechte ſie mit

ihren Spießen niederſtachen.