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Ritter und Bauer : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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alles Geſchütz auf ſie, großes und kleines. Nach einem kurzen furchtbaren Feuer ſtürzte ein Stück Mauer ein

von vierundzwanzig Schuh Breite, und krachte in den

Graben hinunter, ſo zugleich eine Brücke zu der ge⸗ ſchoſſenen Breſche bildend. Mit wildem Geſchrei ſahen das die Bündiſchen, und ſogleich rannten die Fußknechte zum Sturm. Mit ihnen ſtuͤrmten viele Grafen, Herren, Ritter und Reiſige, die Alle von ihren Pferden abſtiegen. In Unordnung drangen ſie durch einen wüſten mooſigen Graben und rannten unter lautem Geſchrei gegen die Breſche an, in der Meinung, die feindlichen Landsknechte durch ihre große Ueberzahl leicht uͤberwältigen zu können.

Aber ſie kannten nicht Florian, nicht ſeine ſchwarze Schaar. Auf der Breſche ſtanden Männer, entſchloſſen, vor der ſchweren Stunde zu beſtehen und ihren Feinden und dem Schickſal Achtung abzuzwingen. Unter den Vorderſten ragte Florian's Heldengeſtalt hervor; an ſeiner Seite focht Junker Egbert.

Als die Stuͤrmenden mit Toben und Geſchrei heran

kamen, wurden ſie mit einem Kugelregen und einem

Hagel von Steinen ſo übel empfangen, daß ſie ſtutzten und nicht weiter wollten. Da rief Florian mit Don⸗ nerſtimme:Auf ſie! und auf ſie ſtürzten ſich die Landsknechte, trieben ſie mit unwiderſtehlicher Gewalt wieder hinter ſich, über die geſchloſſene Mauer hinaus bis in den Graben, und hieben mit ſolcher Wucht und Gewalt auf ſie los, daß über Hundert von den Stür⸗ menden getödtet und verwundet wurden, darunter viele Grafen und Herren.

Das Wiederkommen war dadurch den Bündiſchen bitter verleidet. Sie weigerten ferneren Sturm, und der Pfalzgraf, in ſchlecht verbiſſenem Grolle, mußte ſich