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Ritter und Bauer : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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der Stürmenden, ſo daß deren Viele erlagen und die Anderen den Sturm nicht zu erneuern wagten. Da befahl der Pfalzgraf, man ſolle Feuerbrände in die Kirche werfen. Kirche und Thurm loderten in raſchem Brande auf, aber noch aus der Flammengluth heraus warfen und ſchoſſen die Landsknechte auf die Feinde, tödteten noch viele von ihnen, und hörten erſt auf, ſich zu weh⸗ ren, bis der letzte Athem in ihnen erloſchen war. Keiner von der tapferen Schaar blieb am Leben; Keiner ergriff die Flucht; Keiner bat um Gnade; ſie ſtarben Alle, bis auf den letzten Mann!

Jetzt kam an Florian die Reihe, an Florian und die wenigen Getreuen, die das Schloßchen Ingolſtadt beſetzt hielten. Dieſes lag ſchon halb in Truͤmmern, hatte aber noch hohes und gutes Gemäuer, einen großen ſtarken Thurm und tiefen Graben. Florian hatte ſchnell die Zugänge verbauen und verrammeln laſſen, und als die Feinde heran rückten, ſagte er frohen Muthes:

Laßt euch nicht irren, ihr Männer, durch ihre große Zahl! Schießet nur weidlich hinaus und wehret euch wacker, denn Gnade noch Frieden begehren wir ja doch nicht!

Ein freudiger Zuruf antwortete auf die Anrede und bewies deutlich, daß die Tapferkeit der Männer nicht Noth gelitten hatte. Nur drei Feiglinge gab es in der ſich ſelbſt dem Tode weihenden Schaar. Sie liefen hin⸗ aus, um Gnade zu erlangen, aber die Trabanten des Pfalzgrafen erſtachen ſie auf der Stelle. Die Zurüͤck⸗ gebliebenen ſahen wohl, es gebe da keine Gnade, und um ſo grimmiger und kampfluſtiger funkelten ihre Augen.

Der Pfalzgraf, mit faſt dem ganzen bündiſchen und fürſtlichen Zeug, häufte ſich vor der Ruine und richtete