„Da gibt es kein Wählen,“ ſprach ein alter Haupt⸗ mann ernſt und feſt.„Führt uns, Florian, wir folgen Euch in den Tod bis auf den letzten Mann!«
»So ſei es!« ſtimmten die Anderen bei, und der Kriegsrath war zu Ende.
Kurz nach dem Pfingſtfeſt traf die ſchwarze Schaar Florians mit dem Heere des Truchſeß von Waldburg bei dem Flecken Sulzdorf zuſammen. Die Bauernhaufen, welche ſich noch im Gefolge Florian's befanden, wurden vom Fürſtenheere ſchnell geworfen und in die Flucht gejagt. Des Ritters Florian Sache war Flucht aber nicht. Sein Fähnlein war bis auf ſechshundert Mann zuſammengeſchmolzen. Sie hielten tapfer bei ihm aus, und zogen ſich fortwährend fechtend in geſchloſſener Hal⸗ tung gegen Dorf und Schloß Ingolſtadt zurück. Immer wieder und wieder raſſelten die Reiſigen gegen das kleine Häuflein heran und immer und immer wieder prallten ſte zurück vor den guten Schüſſen der ſchwarzen Schützen und ihren langen Spießen. Hinter der Dornhecke des Doörfchens Ingolſtadt ſetzte ſich die tapfere Schaar. Pfalzgraf Ludwig von Baiern führte jetzt in eigener
Perſon zwölfhundert Ritter und Reiſige gegen ſie heran. Da warfen ſich, dem übermächtigen Andrange nach⸗ gebend, zweihundert von den braven Landsknechten in den Kirchhof, die Kirche und den Kirchthurm; die Uebri⸗ gen, drei⸗ bis vierhundert, unter Führung Florian's erreichten das Schloß. Die Männer im Kirchhofe muß⸗ ten auch hier nach verzweifelter Gegenwehr weichen und ſich in die Kirche zurückziehen. Vom Thurme, vom Dach der Kirche herab krachte und blitzte jetzt Schuß auf Schuß. Wer kein Pulver mehr hatte, riß Ziegeln und Mauerſtücke los und ſchleuderte ſie auf die Kopfe
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